Schwestern Unserer Lieben Frau… gesandt, die Liebe unseres guten und fürsorgenden Gottes zu leben

Schwester Maria Ursula

Schwester Maria Ursula

Bärbel LAMMERDING                       ND 6256                          PDF Download

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

Datum und Ort der Geburt:            01. September 1942   Kirschesch/Eifel
Datum und Ort der Profess:           24. März 1966              Vechta
Datum und Ort des Todes:              16. Dezember 2025    Coesfeld, Kloster Annenthal
Datum und Ort der Beerdigung:    23. Dezember 2025    Coesfeld, Schwesternfriedhof

„Dem Herrn will ich singen und spielen.“ Dieses Motto hat Sr. M. Ursula in ihrem Ordensleben verwirklicht.

Mitten im 2. Weltkrieg, wurde Bärbel als drittes Kind der Eheleute Heinrich Lammerding und seiner Frau Katharina geboren. Am 18. Januar 1943 fiel ihr Vater als Soldat in Stalingrad. Die Mutter musste die drei Kinder allein großziehen. Nach dem Krieg zog die Familie nach Vechta um. Der älteste Sohn starb schon mit 16 Jahren an Asthma.

Bärbel besuchte in Lohne die Liebfrauenschule, eine Mittelschule für Mädchen, die sie mit der 10. Klasse abschloss. Im Anschluss absolvierte sie die Landfrauenschule in Vechta-Marienhain. Es schloss sich die zweijährige Ausbildung als Kindergärtnerin in Osnabrück an. Im Mai 1963 trat sie in Vechta in die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau ein und erhielt bei ihrer Einkleidung den Namen Sr. Maria Ursula. Im Noviziat hat sie sehr darunter gelitten, dass sie kein Instrument spielen durfte. Eine kleine Flöte hatte sie behalten und spielte sie manchmal heimlich. Nach ihrer Profess 1966 wurde Sr. Maria Ursula in den Internaten der Gemeinschaft in Vechta eingesetzt.1968 nahm sie als einzige Frau das Studium der Kirchenmusik in Aachen auf und schloss dieses 1970 als Organistin und Chorleiterin ab. Im Anschluss studierte sie Theologie am Katechetischen Institut in Aachen und erwarb die Unter-richtserlaubnis für Religion an Grund- un d Hauptschulen. Es folgte eine unterrichtliche Tätigkeit in Vechta an der Fachschule für Sozialpädagogik.

Nach einer Vorbereitungszeit in Rom legte sie dort am 19. März 1973 die ewige Profess ab. Anschließend wurde Marienhain in Vechta ihr Lebensmittelpunkt. Als Organistin prägte sie die Gottesdienste. Besonde-re Feste wurden mit ihrer Orgelmusik unvergesslich, seien es Ordensjubiläen, die Osternacht oder Weihnachten. Viele Jahre war die Heilig-Geist-Kirche an diesen Tagen überfüllt. In der Adventszeit ließ sie es sich nicht nehmen, die Schwestern an den Sonntagen morgens mit der Flöte zu wecken.

22 Jahre lang bis 1995 begleitete Sr. M Ursula Wochenenden mit Schulklassen am Jugendhof in Vechta. Mit ihrer Begeisterungsfähigkeit hat sie den Jugendlichen vermittelt, dass ein Leben aus dem Glauben erfüllend sein kann. In diese Zeit fiel auch die Begleitung zahlreicher großer Jugendwallfahrten nach Lourdes, Rom und Krakau. Immer sorgte Sr. M. Ursula mit ihrer Gitarre für gute Stimmung. Von Taizé-fahrten hat sie Lieder nach Marienhain mitgebracht. Zu Ostern gehörte fortan das „Surrexit dominus vere“. Mit ihrem Akkordeon wurde sie zur musikalischen Begleitung zu zahlreichen Senioren- und Frauentreffen eingeladen, sei es zu einer Nikolaus- oder Karnevalsfeier.

Der plötzliche Tod ihres Bruders Peter 1997 war für Sr. M. Ursula ein schwerer Verlust, sie hat ihn seit-her sehr vermisst. Zu ihrer Nichte Esther in England hielt sie guten Kontakt.

Nach Beendigung der Jugendarbeit begann ein weiterer Lebensabschnitt mit der Arbeit als Musikthera-peutin am neu gegründeten Aphasiezentrum in Langförden. Die Patienten, die nach einem Schlaganfall die Sprache verloren hatten, konnte sie durch die Musik oft wieder zum Singen animieren; es war jedes Mal ein kleines Wunder. Ehrenamtlich betreute sie in dieser Zeit auch Komapatienten und Selbsthilfe-gruppen. Anfang 2011 wurde sie nach 16 Jahren im Aphasiezentrum verabschiedet.

Sr. M. Ursula spielte weiterhin die Orgel in Marienhain und setzte sich als Organistin auch in anderen Kirchen der Pfarrgemeinde ein. Durch ihre Kontakte aus der Jugendarbeit hat sie auch viele kirchliche Hochzeiten in der Klosterkirche musikalisch begleitet.

Aus gesundheitlichen Gründen zog Sr. M. Ursula am 6. Januar 2024 nach Coesfeld ins Seniorenzentrum um. Sie hat sich schnell in der Schwesterngemeinschaft eingelebt und uns mit ihrem Improvisationstalent an der Orgel überrascht und erfreut. Ihr Orgelspiel war oft Ausdruck ihres Gebets, wenn die Melodie zum Hymnus „Christus, göttlicher Herr“ erklang oder „Jesus, bleibet meine Freude“.

In der dritten Adventswoche durfte sie die endgültige Ankunft ihres Herrn schauen.