Schwestern Unserer Lieben Frau… gesandt, die Liebe unseres guten und fürsorgenden Gottes zu leben

Schwester Maria Thiatilde

Schwester Maria Thiatilde

Klara FÖLLING                      ND 4268                        PDF Download

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

Datum und Ort der Geburt:              26. Oktober 1924    Freckenhorst
Datum und Ort der Profess:             15. August 1951        Ahlen
Datum und Ort des Todes:               04. Mai 2026           Coesfeld, Kloster Annenthal
Datum und Ort der Beerdigung:     12. Mai 2026            Coesfeld, Schwesternfriedhof

Klara Fölling wuchs mit vier Geschwistern auf, wohlbehütet durch ihre Eltern, Heinrich Fölling und seine Frau Gertrud, geb. Beermann. Nach ihrer Volksschulzeit kam Klara nach Ahlen, um dort als Internatsschülerin die zweijährige Handelsschule der Schwestern ULF zu besuchen. Sie schreibt in ihrem Lebenslauf…”hier wurde mir zum ersten Mal der Sinn für ein religiöses Leben geöffnet und manche schöne Stunde, die ich dort verlebt habe, machte mir St. Michael oft zum Gegenstand meiner Gedanken.” Ihr Pflichtjahr leistete Klara anschließend auf einem Bauernhof in Freckenhorst ab. Danach begann sie eine Lehre bei der Stadtsparkasse in Warendorf und wurde nach zwei Jahren in das Angestelltenverhältnis übernommen. Hier arbeitete sie 6 1/2 Jahre bis zu ihrem Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft in Mülhausen am 01. Februar 1949. Bei ihrer Einkleidung am 15. August 1949 erhielt sie ihren Ordensnamen Schwester Maria Thiatilde.

Nach ihrer ersten Profess folgten viele Stationen ihres Lebensweges: Vreden, Büren, Ahlen, Berlin, Münster und Coesfeld, vielfach in Verbindung mit der Kommunitätsleitung. Zudem erhielt Sr. M. Thiatilde 1951 durch den damaligen Bischof von Münster den kirchlichen Lehrauftrag und setzte somit ihre Kraft und ihr Können in Schulen und Jugendgruppen ein. Sie erzählte gern von den Anfängen der Musikschule in Vreden, die sie ins Leben gerufen hat. Sie selbst spielte mit Freude Mandoline. In späteren Jahren, als Sr. M. Thiatilde schon im Kloster Annenthal war, musizierte sie gern im Innenhof zur Freude aller Schwestern und Mitarbeiterinnen. Sie engagierte sich in Musikgruppen, die auch öffentlich auftraten, nahm Anteil an den Geschicken einzelner Mitglieder und half durch ihr Zuhören und ihren Rat.

Sie hatte einen wachen Geist, war vielseitig interessiert an Welt- und Kirchenpolitik. In Gesprächen zeigte sie sich den Menschen zugewandt und hatte durchaus ihre feste Meinung. Natürlich galt ihr Interesse unserer internationalen Kongregation. Jede Entscheidung, ob weltweit oder hier vor Ort, trug sie in Gedanken und Gebeten mit. Zu ihrer Familie hielt sie in all den Jahren guten Kontakt. Sie freute sich über Besuche aus der Heimat, aus der Verwandtschaft und aus dem Freundeskreis.

Ihr weiteres großes Interesse galt der Archivarbeit. Hierfür erwarb sie 1990 ein Zertifikat mit gutem Erfolg. Sie baute unser Archiv auf, recherchierte über die Anfänge einzelner Niederlassungen innerhalb und außerhalb unserer Provinz. Ihre schriftliche Hausarbeit über ein altes Adelsgeschlecht bestand sie mit allerbestem Erfolg.

“Was gibt es Neues in der Politik?“ – eine Frage, die sie oft stellte. Als ihr Augenlicht nachließ, freute sie sich, wenn ihr aus der Tageszeitung oder aus der Kirchenzeitung vorgelesen wurde. Briefe aus dem Generalat hatten immer Vorrang. Sr. M. Thiatilde war eine aktive Zuhörerin.

Sie war gern draußen an der “frischen Luft”, wie sie sagte. Als sie nicht mehr alleine gehen konnte, war es ihr eine große Freude, gefahren zu werden. Am 11. April dieses Jahres feierte sie mit dankbarem Herzen ihr Freudenjubiläum: 75 Jahre Ordensprofess. Sie wollte noch einmal vor Gott und in der Gemeinschaft ihre Profess erneuern. Danach nahmen ihre Kräfte ab und sie wurde bettlägerig. Unser Dank gilt allen Mitarbeiterinnen für die kompetente Pflege und Betreuung.

Ein langes Ordensleben vollendete sich kurz vor Mitternacht am 4. Mai. “Die Mitte der Nacht ist der Anfang eines neuen Tages”, für unsere Sr. M. Thiatilde ist es der Anfang eines neuen Lebens in der Anschauung Gottes.