Schwester Maria Adelgondis ND 5059 PDF Download
Anna Tebroke
Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland
Datum und Ort der Geburt: 12. April 1936 Rhedebrügge
Datum und Ort der Profess: 26. August 1960 Mülhausen
Datum und Ort des Todes: 27. Mai 2026 Mülhausen, Haus Salus
Datum und Ort der Beerdigung: 03. Juni 2026 Mülhausen, Schwesternfriedhof
„Weise mir, Herr, deinen Weg, ich will ihn gehen in deiner Treue.“ vgl. Ps 86,11
Diesen Psalmvers hat Sr. M. Adelgondis als ihr Leitmotiv angegeben. Während mehr als 65 Ordensjahren hat sie dieses Wort „gelebt“, auf die Treue Gottes zu ihr vertraut und mit ihrer Treue zu ihm geantwortet.
Anna war das dritte von sechs Kindern der Eheleute Johann und Maria Tebroke in Rhedebrügge (heute Stadt Bocholt); sie hatte eine ältere Schwester und vier Brüder. Nach der Entlassung aus der kath. Volksschule in ihrem Heimatort arbeitete sie zunächst im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb und besuchte nebenher die landwirtschaftliche Berufsschule. Danach war sie in einem Fremdbetrieb tätig.
Durch ihre Tante (Sr. Maria Amona, †1985) kannte sie die Schwestern U.L. Frau und begann am 30. Oktober 1957 ihr Postulat. Bei ihrer Einkleidung erhielt sie den Namen Schwester M. Adelgondis. Nach dem Noviziat war Sr. M. Adelgondis zunächst in verschiedenen Küchen tätig, so in Mülhausen und Düsseldorf. Nach Erlangung der Mittleren Reife an der Liebfrauen-Realschule in Ratingen und einer Ausbildung im Bereich „Verwaltung“ wurden ihr Sekretariats- und Verwaltungs-aufgaben für Schule, Kindergarten und Internat in Mönchengladbach übertragen.
Ab 1996 bis zur Zusammenlegung der deutschen Provinzen 2008 war sie die Provinzsekretärin. Die damalige Provinzoberin, Schwester Birgitt Maria, lobt heute noch die große Verlässlichkeit, Exakt-heit und auch Freude, mit der Sr. Maria Adelgondis die damit verbundenen vielfältigen Aufgaben wahrnahm. Ob in Küche, Verwaltung, Sekretariat oder später in der Archivarbeit: In allen Bereichen zeigte sich ihre Treue zu Gott, den Menschen und zu ihren Aufgaben. Alles musste 100-prozentig erledigt werden; selbst kleine Fehler konnte sie sich nur schwer verzeihen. Ab 2008 hat sich Sr. M. Adelgondis unter professioneller Begleitung mit viel Liebe und Sorgfalt dem Provinzarchiv von Mülhausen gewidmet, es geordnet, auf den neuesten Stand gebracht und vollständig katalogisiert.
Schwester Maria Adelgondis war ein geselliger Mensch und konnte herzhaft und erfrischend lachen. Sie kam auch aus einer musikalischen Familie. Bei Festen geschah es nicht selten, dass sie ihre Ziehharmonika herausholte und so zur Freude und Unterhaltung aller beitrug.
Ein Höhepunkt im Jahresablauf war für sie über viele Jahre die Teilnahme an der Bocholter Fußwall-fahrt nach Kevelaer, dem großen Marienwallfahrtsort am Niederrhein. Das Leuchten in ihren Augen, wenn sie davon erzählte, war ein beredtes Zeugnis. Überaus froh war sie auch darüber, als Pilgerin die wichtigen Stätten im Heiligen Land besuchen zu können.
Nach ihrem Umzug nach Haus Salus im März 2022 erfreute Sr. Maria Adelgondis sich an ihrem „Ruhestand“ – nun frei von jeder Verantwortung. Sie genoss ihn geradezu. So lange es ihr möglich war, unternahm sie – mit zwei Wanderstöcken ausgerüstet – täglich einen längeren Spaziergang.
Bei allen Unsicherheiten, die ihre zunehmende Demenz mit sich brachte, ist Sr. Maria Adelgondis ihren Weg in treuem Glauben weitergegangen. Bis zuletzt war sie ihrer Familie, besonders ihrem einzigen noch lebenden Bruder Josef, sehr verbunden. Wenige Tage vor ihrem Tod konnten beide sich voneinander verabschieden.
Wir wissen Schwester Maria Adelgondis nun in Gottes Treue geborgen.





