Schwester Maria Mechtilde ND 4731 PDF Download
Anneliese KOTTERIK
Maria Regina Provinz, Coesfeld / Deutschland
Datum und Ort der Geburt: 14. November 1932 Duisburg
Datum und Ort der Profess: 03. September 1956 Mülhausen
Datum und Ort des Todes: 12. Februar 2026 Mülhausen, Haus Salus
Datum und Ort der Beerdigung: 19. Februar 2026 Mülhausen, Schwesternfriedhof
Anneliese Kotterik wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern im sogenannten „Ruhrpott“ auf, der damals aufstrebenden Region an Ruhr und Rhein, die von Bergbau und Metallindustrie geprägt war. Annelieses Vater, Heinrich Kotterik, war Niederländer und hatte als Bergmann Arbeit in der Steinkohleindustrie in Duisburg gefunden. Von 1934, also seit ihrem 2. Lebensjahr bis zum Schuleintritt, war Anneliese in der Obhut der Schwestern im Kindergarten der Pfarre. 1939, in dem Jahr, in dem der 2. Weltkrieg ausbrach, begann Anneliese ihre Schulzeit, die aber immer wieder unterbrochen wurde durch die Auswirkungen nächtlicher Luftangriffe und schließlich durch die Schließung der Schulen.Nach dem Ende des Krieges konnte Anneliese inmitten der Trümmerlandschaft ihrer Heimat die Schul- und Berufsausbildung fortset-zen: Sie erwarb 1949 die „Mittlere Reife“, begann bei der Industrie- und Handelskammer ihre berufliche Ausbildung als „kaufmännische Bürofachkraft“, und arbeitete in der Verwaltung einer Handelsgesellschaft in der Abteilung für Binnenschifffahrt.
Gleichzeitig – so lesen wir in dem von ihr 1953 verfassten Lebenslauf: „Neben meinem Beruf beteiligte ich mich gern an der Jugendarbeit in unserer Pfarre. Ich führte selbst eine Frohschargruppe und nahm teil am Dekanats-Volkstanz- und Singekreis. Besondere Freude machte mir die Arbeit in der Pfarrbücherei.“ Dieses Zitat spiegelt das wider, was die Persönlichkeit von Sr.M.Mechtilde zeitlebens prägte: die Freude und Zuversicht am Leben, die Kraft zur Mitgestaltung und Prägung einer Gemeinschaft, das Aufgeschlos-sensein für alles Schöne, für neue Wege und Entwicklungen, und vor allem einen durch ihr Leben tief gegründeten Gottesbezug.
1953 wurde Anneliese Mitglied unserer Ordensgemeinschaft, die sehr schnell die Begabungen, Einsatz-freude, Führungskraft, den Weitblick, das Verantwortungsbewusstsein und Organisationstalent der jungen Ordensfrau erkannte, förderte und einforderte. So holte Sr.M.Mechtilde die Qualifikation zum Studium für das Lehramt am Gymnasium nach, studierte an der Universität in Bonn, erwarb 1965 das Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Geschichte und begann im Jahr 1968 ihre Berufstätigkeit als Studienrätin an der Liebfrauenschule in Köln. Doch bereits nach nur einigen Wochen begeisterter und die Schülerinnen begei-sternder Unterrichtstätigkeit wurde sie mit der Schulleitung am Gymnasium Liebfrauenschule in Vechta beauftragt.
Von 1974 an übernahm Sr.M.Mechtilde für viele Jahre wichtige Leitungsaufgaben innerhalb unserer Kon-gregation: 12 Jahre leitete sie die Provinz Mülhausen. 1986 wurde sie für 12 Jahre in die Generalleitung nach Rom als Generalassistentin für Deutschland gewählt, später auch für die Niederlande und Korea. Sechs Jahre war sie als „Erste Assistentin“ die Vertreterin der Generaloberin.
Nach dem Ende ihrer Amtszeit blieb Sr.M.Mechtilde vier weitere Jahre in Rom, zunächst für Übersetzungs-arbeiten im Generalat und später für die organisatorische Leitung unseres Gästehauses Villa Maria Regina.
Nach der Rückkehr nach Mülhausen im Jahr 2003 blieb Sr.M.Mechtilde weiter aktiv: Sie arbeitete sich in die Verwaltung des Provinzarchivs ein, was sie u.a. zum Verfassen der umfangreichen „Geschichte der Provinz Mülhausen von 1888 bis 2007“ veranlasste. Sie begleitete die Schwesterngruppen aus den aus-ländischen Provinzen, die die Ursprünge unserer Kongregation in Deutschland kennenlernen wollten, und wurde schließlich 2005 bis zur Aufhebung der Mülhauser Provinz in den Provinzrat berufen.
2019 entschloss sich Sr.M.Mechtilde zum Wechsel in das Schwestern-Altenheim Haus Salus. Auch hier lebte sie sich schnell ein und nahm aktiv am Leben der Hausgemeinschaft teil. Die Verbundenheit mit ihrer Familie blieb ihr wichtig, und sie freute sich über deren Besuche. Ebenso pflegte sie regen Kontakt mit vielen Weggefährten aus den früheren Wirkungsbereichen.
In ihren letzten Lebensjahren, als die Kraft immer mehr nachließ und der Lebenskreis enger geworden war, antwortete sie, nach ihrem Befinden gefragt: „Mir geht es gut. Ich bin zufrieden“. In dieser Ergeben-heit legte Sr.M.Mechtilde am Morgen des 12. Februars ihr Leben in die Hand Gottes zurück.





