Schwestern Unserer Lieben Frau… gesandt, die Liebe unseres guten und fürsorgenden Gottes zu leben

Schwester Maria Hiltburg   

Schwester Maria Hiltburg                ND 4750              PDF Download

Marianne Uchtmann

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

Datum und Ort der Geburt:              01. Juni 1930               Meppen
Datum und Ort der Profess:             01. September 1953    Coesfeld
Datum und Ort des Todes:               20. Dezember 2025     Coesfeld, Kloster Annenthal
Datum und Ort der Beerdigung:     30. Dezember 2025     Coesfeld, Schwesternfriedhof

Marianne Uchtmann war die Tochter der Eheleute Karl Uchtmann und seiner Frau Antonia, gebo-rene Koch. Mit ihren 6 Geschwistern verlebte sie eine glückliche Kindheit, die allerdings von den Kriegswirren überschattet war. Sie sagte selbst einmal: „Ich war als Kind und Heranwachsende begeisterungsfähig und hin und her gerissen vom damaligen Zeitgeist und den christlichen Werten, die in unserem Elternhaus grundgelegt waren. Dadurch habe ich meinen Eltern viel Kummer gemacht.” Marianne besuchte die Volksschule “Meppen – Altstadt”, aus der sie 1944 mit einem guten Zeugnis entlassen wurde. In Gesprächen bedauerte sie oft, dass in der Volksschule kein Religionsunterricht erteilt wurde. Umso dankbarer war sie, dass sie während ihres Aufenthaltes als Lernköchin bei unseren Schwestern in Bonn erneut mit den christlichen Werten vertraut gemacht wurde. Im Laufe der Jahre reifte in ihr der Wunsch, Ordensschwester zu werden. So begann sie am 20.11.1950 in Ahlen ihr Postulat und erhielt bei ihrer Einkleidung 1951 ihren Ordensnamen Schwester Maria Hiltburg.

Nach ihrer ersten Profess wurde Sr. Maria Hiltburg an verschiedenen Orten in unserer Provinz eingesetzt. Aus gesundheitlichen Gründen legte sie ihre ewigen Gelübde 1960 in Coesfeld ab.

Nach ihrer Genesung übernahm sie für viele Jahre die Leitung einer Mädchengruppe in unserem Internat in Ahlen. Die sozialpädagogische Arbeit sollte fortan ihr Hauptaufgabengebiet sein. Deshalb besuchte sie von 1971 bis 1973 die Fachschule für Sozialpädagogik in Geldern und wechselte dann in die Kindergartenleitung nach Warstein, wo sie auch gleichzeitig das Amt der Hausoberin über-nahm. In Warstein war Sr. Maria Hiltburg bis 1983, allerdings mit einer knapp zweijährigen Unterbre-chung. Sie bat darum, ihre betagten Eltern betreuen zu dürfen. Diese Bitte wurde ihr gern erfüllt.

Sr. Maria Hiltburg wechselte 1983 nach Bocholt ins Mädchenwohnheim, bekannt als Herz – Jesu – Hospiz. Dort war sie als Hausoberin tätig und mitverantwortlich für junge Frauen in teils schwierigen Lebenssituationen. In ihrer offenen und herzlichen Art fand sie schnell Kontakt. Ihr hohes Maß an Einfühlungsvermögen machte sie schon in kurzer Zeit zu einer geschätzten Vertrauensperson und Wegbegleiterin.

1995/1996 und von 2003 bis 2006 ging für Sr. Maria Hiltburg ein großer Wunsch in Erfüllung: Sie konnte in Rom im Gästehaus Villa Maria Regina aushelfen und am Apostolat der Anbetung im Mutterhaus teilhaben, ein Dienst, der ganz ihrer Sehnsucht nach Kontemplation entsprach.

Einsätze in weiteren Niederlassungen folgten, bis sie am 20.11.2014 nach Coesfeld zum Kloster Annenthal wechselte. Hier lebte sie sich gut ein, war wie immer kontaktfreudig, den Mitschwestern und Mitarbeiterinnen freundlich zugewandt. Sie freute sich über Besuche aus der Heimat und wenn frühere Ahlener Internatsschülerinnen kamen, bepackt mit Kuchen und kleinen Überraschungen. Dann war Sr. Maria Hiltburg in ihrem Element.

Durch mehrere Stürze und längere Krankenhausaufenthalte saß sie im Rollstuhl. Im Laufe der Zeit stellte sich eine demenzielle Veränderung ein, doch nach wie vor arbeitete und betete sie gern. Das Wäschefalten erledigte sie korrekt, über die möglichst tägliche Spazierfahrt durch den Park freute sie sich, an den Angeboten des Sozialen Dienstes nahm sie grundsätzlich teil.

Ihr Lebensmotto, ein Wort unserer Mutter Julie “Wie ist der gute Gott so gut” zieht sich wie ein roter Faden durch ihre 95 Lebensjahre, die sie so gar nicht wahrhaben wollte. Sr. Maria Hiltburg war ein zutiefst dankbarer Mensch. Der gute Gott holte sie nach nur kurzer Leidenszeit zu sich in die ewige Heimat.