Schwester Maria Canisie ND 4807 PDF Download
Gerarda Maria SKRABANJA
Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland
Datum und Ort der Geburt: 01. Mai 1934 Abdissenbosch
Datum und Ort der Profess: 10. August 1955 Tegelen
Datum und Ort des Todes: 14. Dezember 2025 Tegelen
Datum und Ort der Beerdigung: 18. Dezember 2025 Tegelen, Schwesternfriedhof
„Seid wachsam, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag der Herr kommt.“ Mt 24,42
Den oben genannten Text beteten wir in dieser Adventszeit regelmäßig, ohne zu ahnen, dass der Herr Schwester Maria Canisie so plötzlich zu sich rufen würde.
Gerda, wie sie in ihrer Familie genannt wurde war das fünfte Kind der Familie Skrabanja. Ihr Vater war schwer krank und starb neun Tage nach ihrer Geburt. Die Mutter blieb mit den drei Jungen und zwei Mädchen in einer Zeit zurück, die von großer Armut geprägt war. Sie hat sich tapfer durchge-schlagen, und Schwester Maria Canisie sprach immer mit großer Bewunderung darüber.
Sie war die Jüngste in der Familie und hatte einen starken Willen, was auch so blieb. Als Fünfjährige besuchte sie den Kindergarten unserer Schwestern in Waubach und ging anschließend dort zur Volksschule. Dann besuchte sie die Hauswirtschaftsschule unserer Schwestern in Hoensbroek.
Mit 18 trat sie in den Orden ein und nach ihrer Profess absolvierte sie eine Ausbildung zur Kranken-schwester im Krankenhaus von Venlo. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie kurze Zeit im Altenheim von Wessem und im Sanatorium Maria Auxiliatrix in Venlo. Anschließend ging sie nach Amsterdam, um sich um ältere Menschen zu kümmern. Auf dem gleichen Gelände arbeiteten unsere Schwestern auch in einem Kinderheim. Schwester Maria Canisie musste dort als Krankenschwester regelmäßig ihren Dienst verrichten. Eines Tages wurde ein Baby namens Fransje gebracht, das ihrer Obhut anvertraut wurde. Wenn sie davon sprach, strahlte ihr ganzes Gesicht. Es kostete sie viele Tränen, als Fransje zu seinen Eltern zurückkehrte.
Nachdem sie von 1960 bis 1964 schon einmal in Rom gelebt hatte, ging sie 1993 wieder dorthin und arbeitete in der Villa Maria Regina. Neben ihrer harten Arbeit im Gästehaus lernte sie auch die Stadt und den Vatikan wie ihre Westentasche kennen. Wenn sie an einer Messfeier mit dem Papst teilnehmen wollte und Dienst an der Rezeption hatte, bat sie Schwester Maria Antonitis um Vertre-tung, damit sie hinfahren konnte. Für die vielen Gäste war Sr. M. Canisie eine gute Reiseführerin, die genau wusste, welche Ziele sich lohnten und welchen Bus sie nehmen mussten.
Nach dem Verkauf der Villa Maria Regina im Dezember 2004 siedelte sie zum Mutterhaus über und setzte sich dort noch neun Jahre lang an vielen Stellen ein, vor allem an der Pforte, wo sie oft zu-gleich mit ihrer Aufmerksamkeit für das Telefon und die Türklingel für die Kommunität Obst schälte oder Nüsse knackte. Sie engagierte sich auch in der Pflege und Betreuung von Sr. Maria Hildegara, die im Januar 2006 im Alter von 104 Jahren im Mutterhaus verstarb. Sr. Maria Canisie liebte auch Blumen und Tiere und man sah sie oft von einer der Mutterhauskatzen begleitet im Garten.
Nach ihrer Rückkehr nach Tegelen im Januar 2014 übernahm sie die Betreuung des Refektoriums, was sie mit großem Engagement tat, bis es ihr nicht mehr möglich war. Auch mit den Ziegen und Eseln, die auf dem Gelände der Kommunität in Tegelen lebten, freundete sie sich an. In den letzten Jahren genoss sie das Lesen und Hören von Musik, vor allem klassischer Musik. Das gab ihr Ruhe, die sie auch brauchte, denn das Herz machte ihr Probleme. Der Weg zur Kapelle war anstrengend, und auch der Gang zum Speisesaal fiel ihr schwer.
Am Sonntagnachmittag, dem 14. Dezember, hat der Herr Schwester Maria Canisie zu sich geholt, nun darf sie bei ihm ruhen.





