Schwestern Unserer Lieben Frau… gesandt, die Liebe unseres guten und fürsorgenden Gottes zu leben

Schwester Maria Agnesie     

Schwester Maria Agnesie                    ND 5608                    PDF Download

Elisabeth VENNEBÖRGER

Maria Regina Provinz, Coesfeld, Deutschland

Datum und Ort der Geburt:            08. September 1935   Velen
Datum und Ort der Profess:           12. August 1960           Coesfeld
Datum und Ort des Todes:              23. September 2026    Coesfeld, Kloster Annenthal
Datum und Ort der Beerdigung:    30. September 2026    Coesfeld, Schwesternfriedhof

Elisabeth Vennebörger, in der Familie und in der Nachbarschaft kurz „Liesel“ genannt, wuchs mit ihrem älteren Bruder Josef in Velen, Kreis Borken auf. Der Vater, Josef Vennebörger, kam aus der Gefangenschaft zurück, als Liesel neun Jahre alt war. Die Mutter, Agnes Vennebörger, geb. Bartz, umsorgte ihre Kinder in der schweren Kriegszeit allein. Liesel erzählte oft von den Sorgen und Nöten ihrer Mutter. „Wenn unser Vater aus dem Krieg nach Hause kommt, dann pilgere ich als Dank zur Gottesmutter nach Kevelaer…“, so sagte ihre Mutter und hielt treu ihr Versprechen. Jahre später, als Liesel längst in unserer Ordensgemeinschaft war, pilgerte sie mit vielen Gleichgesinnten von Bocholt nach Kevelaer. Der Weg war ein Dank an ihre Familie.

Nach ihrer Schulzeit in Velen blieb Liesel erst zu Hause, ab 1953 betreute sie im Caritashaus zu Recklinghausen – Suderwich die Kindergartenkinder, anschließend in Bocholt und bis zu ihrem Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft im Jahre 1957 war sie in Ramsdorf bei unseren Schwestern im Kindergarten tätig.

Bei ihrer Einkleidung im August 1958 erhielt sie ihren Ordensnamen Schwester Maria Agnesie. Sie freute sich, fortan den Namen ihrer Mutter tragen zu dürfen. Im August 1960 legte sie ihre zeitliche Profess ab und 1965 in unserem Generalat in Rom ihre ewige Profess. Die Arbeit mit Kindern im Vorschulalter war für Schwester Maria Agnesie nicht nur Beruf, sondern Berufung. Stationen ihres Lebensweges waren u.a. Warstein, Lünen und Bocholt. Der Bürgermeister der Stadt Warstein schreibt in ihrem Zeugnis: „Wir haben den Weggang von Schwester Maria Agnesie sehr bedauert, weil sie eine sehr liebenswerte und tüchtige Leiterin unserer Kindergärten war. Eltern und Kindern unserer Stadt war sie herzlichst verbunden, ihren Mitarbeiterinnen war sie stets ein gutes Vorbild.“ Ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bekam sie 1975 in Vechta. Danach übernahm sie für 25 Jahre den Kindergarten St. Paul in Bocholt. Sie war den Kindern eine von Herzen zugewandte Erzieherin, freundlich und konsequent, den Eltern in den oft vielfältigen Erziehungsfragen eine kluge Ratgeberin.

Der Tod ihres Bruders Josef 2005 war für Schwester Maria Agnesie ein harter Verlust.

Nach ihrem Ausscheiden aus der pädagogischen Tätigkeit blieb Schwester Maria Agnesie in Bocholt und versorgte häusliche Arbeiten bis sie im Juni 2014 zum Kloster Annenthal nach Coesfeld wechselte. Sie lebte gern zurückgezogen, nahm aber hin und wieder an gemeinschaftlichen Aktivitäten teil. Im Laufe der Zeit erkrankte sie an einer Demenz, die in ihr zeitweise starke Ängste auslöste.

Schließlich war es ein schwerer Sturz und eine damit notwendige Operation, die sie ans Bett fesselten. Ihre Kräfte nahmen zusehends ab. Von den Mitarbeiterinnen in der Pflege und Betreuung wurde Schwester Maria Agnesie liebevoll umsorgt und von unserer Schwestergemeinschaft mitgetragen. Still, wie sie zuletzt gelebt hat, gab sie ihr Leben in Gottes Hände zurück.