Aufgrund der unerbittlichen Hitze, Feuchtigkeit, Regenfälle und Stürme konnten die Kinder rund um das Ausbildungshaus in der Region Bataan weder zur Schule gehen noch draußen spielen und waren oft auf ihre kleinen Räume beschränkt.
Daraus entstand die Idee, ein „Kino”-Programm für sie zu organisieren. An dem ausgewählten Tag versammelten sich alle Ordensleute der Diözese in unserem Stella Maris Exerzitienhaus zur jährlichen Generalversammlung. Alle Mitglieder des Ausbildungshauses waren mit den Vorbereitungen beschäftigt. Sobald die Versammlung beendet war, gestalteten wir den Saal neu, schalteten die Klimaanlage ein und zeigten den Kindern in dem kühlen Auditorium einen Film in der Sprache Tagalog.
Es wurden Snacks und Getränke verteilt, die am Vortag vorbereitet worden waren. Zunächst befürchteten wir, dass die große Kinderschar die ruhige Atmosphäre während des Films stören könnte. Zu unserer Überraschung saßen sie jedoch zwei Stunden lang vollkommen still da – völlig fasziniert.
Nach dem Film riefen wir die Familien namentlich auf und verteilten zuerst an die Kinder und ihre Eltern Lebensmittelvorräte. Wie es der Zufall so wollte, traf gerade als wir dieses Programm planten, eine großzügige Spende aus Korea ein, sodass wir Lebensmittelpakete vorbereiten konnten, wie die Regierungen oder NGOs Hilfsgüter nach Naturkatastrophen verteilen.
Diese Veranstaltung war die bestbesuchte seit Beginn des „Pandesal-Programms” (apostolisches Programm des Noviziats, das Kinder, die in der Nähe von Mülldeponien leben, mit Lebensmitteln versorgt). Am Eingang stellten wir fest, dass die vorbereiteten Lebensmittel bei weitem nicht ausreichten. Während die Kinder in den Film vertieft waren, fügten wir schnell zu den 60 Lebensmittelpaketen für Familien noch Vorräte aus unserem Gemeinschaftslager hinzu, um sie auf 80 zu erhöhen. Trotzdem stellte sich bei der Verteilung heraus, dass es immer noch nicht ausreichte. In aller Eile holten wir Lebensmittel, die für unser eigenes Abendessen vorgesehen waren, und sogar Reste vom Vortag. Als wir die allerletzte Portion verteilten, hatten wir das Gefühl, das Wunder der fünf Brote und zwei Fische vor unseren Augen mitzuerleben.
Niemand ging leer aus. Alle gingen fröhlich davon, und auch wir empfanden eine überwältigende Freude, obwohl wir den ganzen Tag auf den Beinen gewesen waren und kaum eine Pause gehabt hatten.
Einmal mehr erlebten wir, dass Fülle und Zufriedenheit nicht aus materiellem Überfluss oder Komfort kommen, sondern aus der Freude am Teilen mit den Armen und aus der Liebe Gottes, die uns trägt. Wir danken den Schwestern und Unterstützern von ganzem Herzen, deren Gebete und Großzügigkeit unsere Solidarität mit den Armen immer wieder stärken.






